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Zweite Projektphase

Kommunen starten in die Projektumsetzung

Die Städte Schwäbisch-Hall und Solingen, die Landkreise Burgenlandkreis und Rheingau-Taunus-Kreis sowie der Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg haben eines gemeinsam: Alle fünf Kommunen wurden für die zweite Projektphase „Qualifizierung von syrischen Geflüchteten in deutschen Kommunalverwaltungen“ ausgewählt und bieten ab Anfang 2021 geflüchteten Syrerinnen und Syrern zwölfmonatige Praktika in ihren Verwaltungen an. Ziel ist die Vermittlung von Kenntnissen, die bei einem zukünftigen Wiederaufbau kommunaler Strukturen in Syrien hilfreich sein können.

Dezentrale Planungsworkshops

Zusammen mit den Projektverantwortlichen der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) nahmen sich die Vertreterinnen und Vertreter aus den beteiligten Kommunen im September 2020 jeweils einen Tag Zeit, um die Zielrichtung des Projektes zu besprechen und gemeinsam einen Fahrplan für die Umsetzung der Projektbausteine vor Ort zu erarbeiten. Auch Vertreterinnen und Vertreter aus zivilgesellschaftlichen Initiativen und Vereinen sowie ehrenamtliche Mentorinnen und Mentoren nahmen an den Workshops teil und trugen dazu bei, das Projekt erfolgreich anzustoßen. Ein besonderer Fokus lag dabei auf der Planung der Praktika von syrischen Geflüchteten in den jeweiligen Kommunalverwaltungen.
Entscheidend für das Gelingen des Vorhabens ist vor allem die Rückendeckung durch Politik und Verwaltungsspitze, aber auch die große Motivation der kommunalen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, an der Umsetzung mitzuwirken. Diese kommen aus den Fachbereichen, in denen die Praktikumsplätze angesiedelt werden sollen - ebenso wie aus den Bereichen Personal, Internationales und Integration/ Migration. 

Der Planungsworkshop im Rheingau-Taunus-Kreis war nur eins von fünf dezentralen Auftakttreffen zu Beginn der zweiten Projektphase. Foto: Engagement Global
Auf einem Zettel sind die Begrifflichkeiten unterschiedlicher Verwaltungsbereiche ausgedruckt.
Auch der Burgenlandkreis sieht dem Projektstart entgegen. Die Mitarbeitenden überlegten gemeinsam, wie die Praktika gestaltet werden können. Foto: Engagement Global

Maßgeschneiderte Umsetzung vor Ort

In alle Kommunen überlegten die Teilnehmenden gemeinsam, in welchen Verwaltungsbereichen die Praktikantinnen und Praktikanten während ihrer zwölfmonatigen Praktika eingesetzt und welche Inhalte ihnen im Hinblick auf einen zukünftigen Wiederaufbau in Syrien vermittelt werden sollen. Hier bestand schnell Konsens darüber, dass sowohl themenspezifisches Wissen (Daseinsvorsorge, Infrastruktur, Beteiligung der Zivilgesellschaft, Klimaschutz und Umwelt) weitergegeben werden soll, es aber ebenso wichtig ist, grundlegende Informationen zum Verwaltungshandeln, zum Ablauf von Entscheidungsprozessen in demokratischen Systemen sowie zum Zusammenwirken von staatlichen und nicht-staatlichen Organisationen auf verschiedenen Ebenen zu thematisieren. Maßgeschneiderte Praktikumspläne unter Berücksichtigung persönlicher Interessen und Kompetenzen sowie begleitende Qualifizierungsveranstaltungen sollen diesen Überlegungen im Projektverlauf Rechnung tragen.

Von Erfahrungen der ersten Projektphase lernen

Bei ihren Planungen konnten die Teilnehmenden von den Erfahrungen profitieren, die während der ersten Projektphase gesammelt wurden. In den Jahren 2018 und 2019 hatten die Gemeinde Beverstedt, die Städte Darmstadt, Krefeld und Maintal sowie die Landkreise Donau-Ries, Gießen und Hameln-Pyrmont insgesamt 25 Syrerinnen und Syrern ein Praktikum in ihren Verwaltungen ermöglicht. Viele von ihnen arbeiten nun regulär in den Verwaltungen mit.

Insbesondere der Austausch mit den ehemaligen Praktikantinnen und Praktikanten war für die Workshop-Teilnehmenden sehr bereichernd. Diese berichteten von ihren persönlichen Erfahrungen, aber auch wie ihre Praktika organisiert waren, welche Verwaltungsbereiche sie durchlaufen haben und was sie an Know-how erlernen und mitnehmen konnten. Für die neuen Projektkommunen konnten so im Vorfeld bereits wichtige Fragen geklärt und das Vorhaben greifbarer gemacht werden.

Flipchart mit aufgepinnten gelben und weißen Zettel und einem roten Pfeil.
Im Rahmen von Praktika erwerben die syrischen Geflüchteten Know-how in deutschen Kommunalverwaltungen, das für den zukünftigen Wiederaufbau kommunaler Strukturen in Syrien hilfreich sein kann. Foto: Engagement Global
Fazit

Mit Schwung in die zweite Projektphase

Mit viel Energie und Kompetenz wurden in allen Workshops konkrete Vereinbarungen und nächste Schritte erarbeitet, so dass nun die Weichen zur Umsetzung gestellt sind. Anfang 2021 gehen dann voraussichtlich 17 neue Praktikantinnen und Praktikanten an den Start und vergrößern damit das bestehende Netzwerk von deutschen Kommunen sowie Syrerinnen und Syrern, die Interesse haben, sich mit dem Wiederaufbau von Kommunalstrukturen in einem zukünftigen Syrien zu beschäftigen.