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Netzwerktreffen jordanischer Kommunen am Toten Meer

Austausch und Wissensvermittlung in der Partnerschaftsarbeit im Mittelpunkt des ersten nationalen Treffens

Vom 12. bis 14. November 2018 waren Vertreterinnen und Vertreter jordanischer Kommunen, die im Rahmen der Initiative „Kommunales Know-how für Nahost“ eine Projektpartnerschaft mit einer deutschen Kommune umsetzen, zu einem ersten nationalen Netzwerktreffen eingeladen. Rund 20 Personen sind der Einladung ans Tote Meer gefolgt. 10 Teilnehmende aus fünf Kommunen der Union Bani Kinana waren vertreten, aus den Kommunen Kerak, Wassatiyyah und Deir Alla waren jeweils zwei Delegierte vor Ort. Auch die Zivilgesellschaft war anwesend: So war vom Princess Basma Yout Ressource Centre (PBYRC), der Gharb Irbid Ladies Charitable Society und der Wadi Bin Hammad Environmental Association jeweils eine Vertretung zu dem Netzwerktreffen angereist.

Zu Beginn begrüßte die Projektleitung die Teilnehmenden via Videoschaltung aus Bonn. Anschließend stellte der lokale Partnerschaftskoordinator Mohammed Ababneh noch einmal die Strukturen und die Instrumenten der Initiative vor. Eine erste Einheit thematisierte administrative Hürden, wie beispielsweise den komplexen Visabeantragungsprozess. Ab dem Nachmittag fand ein Workshop zum Thema „Projektmanagement“ statt, wobei die Teilnehmenden das vermittelte Wissen in kleinen Gruppenarbeiten praktisch üben konnten. Im Anschluss wurde ein weiterer Workshop zum Thema „Interkulturelle Kommunikation“ angeboten. Dieser vermittelte den Teilnehmenden Kenntnisse über die aktuelle politische Situation in Deutschland und zeigte Möglichkeiten auf, wie die Teilnehmenden ihren deutschen Projektpartnern etwas über Jordanien und die jordanische Kultur vermitteln können. Anhand von Beispielen diskutierten die Teilnehmenden, wie man sich in bestimmten Ausnahmesituationen am geschicktesten verhält.

Das Format des Netzwerktreffens wurde seitens der Teilnehmenden positiv aufgenommen und die vermittelten Inhalte als wichtige Werkzeuge in der Partnerschaftsarbeit angesehen. „Das Programm und das Netzwerktreffen wirken sich positiv auf alle Ebenen der Kommune aus. Für den nachhaltigen Erfolg ist es aber wichtig, mit Kontinuität am Projekt zu arbeiten“, betonte Herr Ashraf Suleiman Tawaha. Frau Madlleen Amoush aus Al-Serow regte an, das Vernetzungsformat zeitlich auszudehnen, um die Workshopinhalte noch mehr verinnerlichen zu können. Die Teilnehmenden schätzten insbesondere die Möglichkeit, sich untereinander auf Sachebene austauschen zu können. Muhammad Al-Suheimat, Vertreter aus der Stadt Kerak, die mit der Abfallwirtschaft Rendsburg-Eckenförde ein Projekt umsetzt, merkte an, dass der Kontakt zu den deutschen Partnerkommunen häufig sogar stärker sei, als zwischen den jordanischen Kommunen. Das rühre daher, dass es in Jordanien keine kommunalen Verbandstrukturen gibt und  ein Austausch unter kommunalen Kolleginnen und Kollegen kaum stattfinde.

Der Direktor der Verwaltung in Wassatiyyah stellte die Idee einer virtuellen Plattform für die nächste Projektphase vor, auf der die Kommunen sich mit konkreten Herausforderungen oder Ratschlägen an die anderen Kommunen wenden können und so der Austausch unter den jordanischen Kommunen gefördert werden kann.