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Beraten, Begleiten, Unterstützen, Vermitteln

Dory Abou Jaoude verstärkt das Team im Libanon und traf sich im Juli 2019 mit den Verantwortlichen der Partnerkommunen in Deutschland.

Dory Abou Jaoude, Projektmanager bei Democracy Reporting International und Berater für die Initiative „Kommunales Know-how für Nahost“ (IKKN) im Landesbüro Libanon, bereiste vom 10. bis 18. Juli 2019 Deutschland, um sich ein eigenes Bild über die Zusammenarbeit und Projektpartner hier vor Ort zu machen.

Den Auftakt bildete ein Treffen bei Engagement Global und ihrer Servicestelle Kommunen in der Einen Welt, um die Beteiligten des IKKN-Programms näher kennenzulernen und sich mit den Verfahren, Prozessen und verwandten Programmen der SKEW vertraut zu machen wie beispielsweise Fachkräfte für kommunale Partnerschaften weltweit. „Die verschiedenen Abteilungen und Projekte beziehen sich alle auf die eine oder andere Weise aufeinander“, zeigte sich Dory Abou Jaoude beeindruckt. In einem IKKN-Team-Workshop wurde die weitere Arbeit bis Ende 2019 geplant, darunter ein Vernetzungstreffen und Qualifizierungstag für die Kommunen im Libanon.

Schwerpunkt der Reise waren jedoch Treffen mit den Verantwortlichen von Projektpartnerschaften im Allgäu und in Traunstein mit flüchtlingsaufnehmenden Kommunen im Libanon.

Vier Personen sitzen an einem Terrassenstisch. Von links nach rechts: Michaela Nobis, Ehrenamtliche im Team Gestratz für die Zusammenarbeit mit Bar Elias, Dory Abou Jaoude, Projektleiter Democracy-Reporting International, Beirut, Omar Chaha,l ehrenamtlicher Berater für interulturelle Kommunikation des Interkommunalen Ausschusses, Bürgermeister Johannes Buhmann, Gestratz | Foto: Engagement Global

Von links nach rechts: Michaela Nobis, Ehrenamtliche im Team Gestratz für die Zusammenarbeit mit Bar Elias, Dory Abou Jaoude, Projektleiter Democracy-Reporting International, Beirut, Omar Chahal, ehrenamtlicher Berater für interulturelle Kommunikation des Interkommunalen Ausschusses, Bürgermeister Johannes Buhmann, Gestratz | Foto: Engagement Global

Ausgehend von einer Sondierungsreise im November 2017 haben die fünf Allgäuer Kommunen Gestratz, Heimenkirch, Opfenbach, Hergatz und Amtzell den Interkommunalen Ausschuss „Kommunales Know-How für Nahost“ gegründet. Sie waren deutschlandweit die ersten Gemeinden, die Partner im Libanon suchten.

Aus den ersten Kooperationsideen sind inzwischen konkrete Projekte geworden. Die Gemeinde Heimenkirch hilft mit ihrem Know-how, den Bürgerpark in Ghazzé neu zu gestalten und wiederzubeleben. In der 7.000-Einwohner-Gemeinde haben seit Ausbruch des Kriegs im nur 20 Kilometer entfernten Syrien weitere ca. 36.000 Menschen Schutz vor Bomben und Granaten gesucht. Nun wird die Grünanlage zu einem Treffpunkt von Geflüchteten und Einheimischen entwickelt.

Amtzell unterstützt Rachiine bei der Planung einer Biogasanlage; Hergatz möchte mit Bwarej bei der Ausstattung eines medizinischen Versorgungszentrums und der Installation einer Fotovoltaikanlage kooperieren; Opfenbach hat Al Mohamara bei der Entwicklung von Bildungsangebote beraten und Gestratz hilft, eine Zeltschule in Bar Elias aufzubauen.

Der Interkommunale Ausschuss fördert nicht nur die internationale Zusammenarbeit mit dem Libanon, sondern auch die Kooperation der deutschen Gemeinden untereinander. Inzwischen sind mit Weingarten und Kißlegg zwei weitere Gemeinden dem Ausschuss beigetreten.

Als Berater und Anprechpartner für die libanesischen wie deutschen Kommunen traf sich Dory Abou Jaoude in einzelnen Gesprächen mit den Beteiligten in Deutschland, wie Omar Chahal, dem ehrenamtlichen Berater für interulturelle Kommunikation des Interkommunalen Ausschusses, dem Bürgermeister Johannes Buhmann und Michaela Nobis aus Gestratz, Bürgermeister Markus Reichart und Landschaftsarchitektin Maria Lindl aus Heimenkirch sowie Bürgermeister Christian Renn aus Hergatz. „Der Besuch von Dory hat uns sehr geholfen, unsere Projekte im Libanon weiter zu planen und zu begleiten“, fasste Christian Renn das Ergebnis zusammen. Dory Abou Jaoude unterstützt durch Informationen zu Hintergründen, Strukturen und zentralen politischen Entwicklungen auf kommunaler Ebene im Libanon und bei der Kommunikation zwischen allen Partnern. „Jede Kommune hat ihre eigene Arbeitsweise in Bezug auf Kommunikation und Koordination zwischen den verschiedenen Interessengruppen eines Projekts.“, stellte Dory Abou Jaoude dabei fest.

Dory Abou Jaoude im Gespräch mit Maria Lindl, Landschaftsarchitektin und Ehrenamtliche im Team Heimenkirch für die Zusammenarbeit Ghazzée und Markus Reichart, Bürgermeistervon Heimenkirch

Dory Abou Jaoude im Gespräch mit Maria Lindl, Landschaftsarchitektin und Ehrenamtliche im Team Heimenkirch für die Zusammenarbeit Ghazzée und Markus Reichart, Bürgermeistervon Heimenkirch | Foto: Engagement Global

Von den Allgäuer Kommunen ging es für Dory Abou Jaoude weiter nach Traunstein. Dort stattete er dem Landratsamt und der Gesellschaft zur Förderung der Wirtschaft im Landkreis Traunstein einen Besuch ab, engagiert begleitet von Birgit Seeholzer, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderungsgesellschaft. Das Ziel: Konkretisierung geplanter Projekte. So wird im September 2019 eine Expertendelegation aus Traunstein die libanesischen Kommunen Jabal Cheick und Qrayyeh sowie die Union von Bouhaira bereisen. Schwerpunkte der Exkursion sind die verstärkte Nutzung von Solarenergie und die Verbesserung der Berufsausbildung. Im Gegenzug ist vorgesehen, dass im Oktober 2019 eine libanesische Delegation das Bildungszentrum der Handwerkskammer für München und Oberbayern eine Woche lang besucht, um einen intensiven Austausch über Ansätze der Berufsausbildung zu führen.

Auszubildende im Bildungszentrum Traunstein der Handwerkskammer für München und Oberbayern. Foto: Bildungszentrum der Handwerkskammer für München und Oberbayern

Auszubildende im Bildungszentrum Traunstein der Handwerkskammer für München und Oberbayern | Foto: Bildungszentrum der Handwerkskammer für München und Oberbayern

Den Abschluss der Reise bildete ein Treffen mit der zuständigen Referentin Caroline Kern aus dem Referat Länder und Kommunen des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in Berlin. „Nun habe ich ein größeres Verständnis für die Anliegen und Bedürfnisse des BMZ und die wichtigsten Aspekte, die beim Management berücksichtigt werden sollen.“- so Dory Abou Jaoude.

Beraten, Begleiten, Unterstützen, Vermitteln – Dory Abou Jaoude steht den deutsch-libanesischen kommunalen Projektpartnerschaften als qualifizierter Dienstleister zur Verfügung und versteht nun besser, wie die deutschen Kommunen „ticken“.

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